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Taking Charge of Your Health


Die Deutsche Gesellschaft für
Sportmedizin und Prävention veranstaltet vom 29. bis 31 Oktober 2020 nicht nur den 49. Deutschen Sportärztekongress, sondern auch den Sports, Medicine and Health Summit. Bei mir ist der Kongresspräsident Prof. Dr. Jürgen Steinacker und er wird uns hoffentlich Licht ins Dunkel bringen. Was
ist denn so neu an diesem Kongressformat? Wir machen eigentlich Bewährtes. Wir machen unseren Sportärztekongress. Aber wir brauchen für unsere Anliegen “körperliche Aktivität”, “Sportmedizin”, “Veränderung der Gesellschaft” nicht nur die Sportmediziner, wir brauchen die ganze Gesellschaft. Und hier haben wir angefangen, mehr
Gesellschaften einzuladen. Wissenschaftliche Gesellschaften zum
Beispiel: European Initiative for Exercise is Medicine, EFSMA, die europäische
Sportmedizingesellschaft. Wir haben eingeladen die internationale Sportmedizingesellschaft, FIMS, verschiedene weitere Fachgesellschaften, Krankengymnasten und so weiter und so fort. Die wollen wir zu diesem Thema
einladen, zusammen dafür einzustehen, was wir alle wollen: nämlich die Menschen aktiv, gesund und vielleicht ein bisschen glücklicher zu machen. Kurz nachgehakt! Das hört sich für mich so ein bisschen an, als würden sie damit auch der Entwicklung der Sportmedizin entgegenkommen. Es wird immer interdisziplinärer, es gibt mehrere, immer mehrere Schnittstellen… zu Sportwissenschaftlern, zu Trainingswissenschaftlern, auch innerhalb der Medizin grenzt sich die Sportmedizin nicht ab, sondern sucht andere Fachrichtungen. Ist dieses Kongresskonzept schon darauf ausgelegt? Die Sportmedizin ist ja ein Gebiet, das nicht ganz einfach zu definieren ist. Körperliche Aktivität, Leistungssport… das sind ja tolle Themen. Aber letztendlich geht es darum, für uns auch unsere Identität als Fach zu
definieren und das kann natürlich nicht alleine sein, indem wir sagen, es gibt nur
Sportmediziner sondern wir müssen uns verbünden mit den anderen
Fachgesellschaften. Wir müssen ein Thema suchen, dass wir zusammen aktiv gestalten, in die Zukunft einbringen und da ist Sportmedizin ein Fach,
das verbindet. Es ist ein Fach, dass vielleicht nicht so große Methoden hat, aber wir verstehen etwas von körperlicher Aktivität. Wir verstehen etwas davon, wie man Leistung misst. Wie wissen etwas davon, wie man mit Menschen umgeht, die sich belasten. Dieses Fachwissen können wir beisteuern. Die klinischen Fächer stellen oft die
Fragen an uns und wir müssen aber bereit sein mit den Fächern zusammenzuarbeiten. Genauso mit dem Thema “Exercise is Medicine”. Die Gesellschaft fragt, wie bekommen wir
die Menschen aktiv und wir sagen, wir können Wege dazu aufzeigen. Sie haben Hamburg als Austragungsort gewählt für diesen Sports, Medicine and Health Summit. Warum ausgerechnet die Freie und Hansestadt Hamburg? Das ist ja schon eine ketzerische Frage… Nach Hamburg zu gehen, ist ja eine gute
Sache. Das heißt, Hamburg bietet alles. (schmunzelt) Auch oft Sonne. Eine tolle Umgebung, tolle Hotels, und so weiter. Aber Hamburg ist auch eine Stadt, die
sich um dieses Thema Mobilität kümmert. Und so hat die Stadt sich um den Wettbewerb Global Active City beworben und ist jetzt auch vom IOC ausgezeichnet
worden. Das heißt, eine Stadt, die sich bemüht,
das Leben der Menschen zu verbessern. Und das geht nur mit den Menschen, nicht gegen die Menschen. Sondern man muss die Menschen geduldig überzeugen, dass sie aktiv sein sollen, dass sie ihren Lebensstil ändern sollen. Die Stadt muss dazu viel investieren – in die Umwelt, in die Straßen, in die Wege und Beförderungssysteme und dieser Weg wird dort exemplarisch gegangen. Deswegen macht es uns Spaß, in Hamburg zu sein, weil die das richtig gut machen und da natürlich auch ganz schön Geld in die Hand nehmen Und deswegen ist Hamburg ein guter Tagungsort. Jetzt haben Sie schon gesagt, Hamburg als Global Active City wird sich dort auch präsentieren, wird Präsenz zeigen auf
diesem Summit. Ist aber nicht der einzige Kooperationspartner. Da ist auch zum Beispiel Exercise is Medicine. Welchen Stellenwert werden die einnehmen auf diesem Summit. Exercise is Medicine ist eine Bewegung, die von der DGSP in Europa ganz
wesentlich mit vorangetrieben wurde. Vor neun Jahren hat mich der damalige DGSP-Präsident Herbert Löllgen angerufen und gesagt: “Fahr nach Lissabon! Und wenn es irgendwie geht, versuchen wir die Hände ans Steuer zu bekommen. Und
das haben wir auch gemacht! Wir versuchen, in Europa das Thema
körperliche Aktivität voranzutreiben. Deutschland ist da nicht so schlecht,
aber es gibt natürlich ganz tolle Länder wie Skandinavien, die uns ein Vorbild
sein können, in der körperliche Aktivität viel mehr in den Alltag der Medizin
eingegangen ist. Wir müssen einen Gesinnungswandel in der Medizin bewirken und deswegen haben wir diese Marke Exercise is Medicine auch
reserviert. Wir wollen den Medizinern klar machen: Es ist eine Aufgabe, die
nicht nur die Sportmedizin betrifft. Wir sind die Treiber: wir treiben das Thema. Sportmedizin steht dahinter, aber wir wollen den anderen eine Möglichkeit geben, mit auf den Wagen zu springen. Genauso mit dem Summit. Wir wollen die
Leute in unser Boot bekommen oder in unseren Wagen und das wollen wir in
Hamburg steuern und deswegen ist es ein gutes Thema , die Leute einzuladen. Mit dieser Metapher haben sie die bestmögliche Brücke schon gebaut zu meiner Abschlussfrage: An wen richtet sich dieses Summit? Wir haben ja gehört, klar die
Sportmediziner sind wieder dabei, aber die Zielgruppe, sage ich mal, ist
wesentlich größer. Wer soll alles kommen zu diesem Summit? Wir wollen die Fachgesellschaften haben, wir wollen internationale Gesellschaften, habe ich schon gesagt. Aber wir wollen natürlich nicht nur Sportmediziner. Wir wollen die Kardiologen, wir wollen die Internisten. Wir wollen die Pneumologen und die Onkologen. Wir wissen, dass das alles wichtige Fragestellungen sind. Wir wollen nicht nur, dass in den Fachgesellschaften diskutiert wird, sondern dass wir miteinander diskutieren. Wenn wir miteinander diskutieren, kommen wir weiter. Wir wollen natürlich auch die Health Professionals, also die Krankengymnasten, die Sporttherapeuten – den wollen wir eine Heimat bieten. Und zwar mit einem hohen Niveau. Wir wollen ein hohes wissenschaftliches Niveau, es soll aber trotzdem interessant sein. Über ein hohes Niveau von Neuigkeiten; wir wollen neue interessante Daten darstellen und wir wollen natürlich aber auch ein
Fortbildungsprogramm anbieten, damit auch junge Ärzte nicht abgeschreckt werden. Sollen wir wollen sie einladen und die Hamburger Sportmediziner werden zusammen mit dem Eppendorfer Klinikum und vielen anderen Themen von der
manuellen Therapie über den Untersuchungskurs Laktat, und was es
alles gibt, viele interessante Workshops… damit es ein buntes Angebot ist, für jeden nach Hamburg zu kommen! Perfekt! In diesem Sinne freuen wir uns auf den Sports, Medicine and Health Summit 2020 vom 29. bis 31. Oktober 2020 und sagen Dankeschön an Professor Jürgen
Steinacker, sagen Dankeschön fürs Zusehen und freuen uns, Sie in Hamburg
begrüßen zu dürfen. Tschüss!

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